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Im Fadenkreuz den Pulsschlag sehen
Rüsselsheimer Echo
Freitag, 23. Juli 2010

Sportschützen: Markus Lapp sucht Präzision
Auf hundert Meter ein Ziel groß wie ein Ein-Euro-Stück treffen

ASTHEIM. ,,Wenn das Gewehr ruhig liegt, kann ich meinen Pulsschlag sehen", sagt Markus Lapp. Und tatsächlich. Wenn die Remington 700 Police ausbalanciert auf dem Sandsack liegt, wenn der Schütze den Schaft fest gegen die Schulter presst und ganz zur Ruhe gekommen ist, tanzt das Fadenkreuz des Zielfernrohrs im Takt des Pulses über die Zeilscheibe. Ganz kleine Bewegungen sind das, die sich allerdings über eine Distanz von hundert Metern erheblich auswirken können.
Größenvergleich
Aberglaube? Markus Lapp legt die Patronen immer einzeln von Hand ein. Das Magazin nutzt er nicht.

Wer ein wenig Trigonometrie bemüht weiß, dass eine Abweichung von nur einem Winkelgrad auf hundert Meter einen Versatz von rund 1,7 Meter bedeutet. 1,7 Meter, das sind Lichtjahre in einem Sport, bei dem Millimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden. Und manchmal kann dann auch ein Pulsschlag den Ausschlag geben. Zumindest dann, wenn man mit einer Remington 700 Police anlegt. Das ist kein normales Gewehr, sondern eine Präzisionswaffe. Und damit ist eigentlich auch schon der besondere Reiz beschrieben, den Markus Lapp (41), Vorsitzender der Astheimer Schützen, der amerikanischen Waffe abgewinnt.

,,Die Präzision - das ist das Besondere", sagt Lapp. Eine Besonderheit, die auch US-amerikanische Polizei-Spezialeinheiten zu schätzen wissen, die die 3,5 Kilogramm schwere Remington 700 in der Polizeiausführung als Scharfschützengewehr einsetzen.

Dieser martialische Hintergrund war für Markus Lapp aber kein besonderer Kaufanreiz. Er freut sich zwar schon, wenn er seine Traumwaffe mal in einer amerikanischen Krimiserie sieht. Ausschlaggebend, die rund 1600 Euro für das Gewehr und nochmal rund tausend Euro für das Zielfernrohr auszugeben, war alleine die Möglichkeit, am Hundert-Meter-Stand des Vereins noch Ziele von der Größe eines Daumennagels zu treffen. Denn wer nur auf dicke Hose machen will, kauft sich anderes Schießgerät. Es gibt Waffen, die sind viel teurer, machen viel mehr Krach, haben mehr Rückschlag und ein größeres Kaliber. Doch darum geht es Markus Lapp nicht. Er will eben besonders präzise schießen. Und während die Vereinskameraden mit den Ordonnanzgewehren im Hundert-Meter-Stand über Kimme und Korn auf Scheiben anlegen, deren Schwarzes groß wie ein Fußball ist, ist der Zielkreis auf der Scheibe für das Präzisionsgewehr nicht viel größer als ein Ein-Euro-Stück.

Größenvergleich
Größenvergleich:
Ein Ein-Euro-Stück, das Zentrum der Ordonnanzscheiben und rechts eine Zielscheibe für das Präzisionsgewehr.

Für die besondere Präzision, die auch auf 350 Meter noch zielgerichtetes Schießen zulässt, ist aber nicht nur der Lauf mit dem stärkeren Drall verantwortlich, der das Projektil in eine Rotation von rund 160 000 Umdrehungen pro Minute versetzt . Markus Lapp schwärmt auch vom Kaliber 7.62, das nur eine handvoll Vereinskameraden schießen. ,,Da passt alles: Geschossgewicht, nötige Pulvermenge, der geringe Rückstoß."

Durch das Zielfernrohr
Im Fadenkreuz: Auf die große Scheibe wird über Kimme und Korn der Ordonnanzgewehre angelegt.
Mit der Remington 700 werden per Zielfernrohr die kleinen Scheiben oben anvisiert.
alle Fotos: Jens Etzelsberger

Gerade bei den Patronen versucht Lapp, noch das Optimum herauszukitzeln. Er bestückt die Hülsen selbst mit den rund zehn Gramm schweren Projektilen und den rund drei Gramm Nitro-Zellulose-Pulver. Das aber erst in zweiter Linie, um die Kosten von rund 1,40 Euro pro Schuss zu halbieren. Ihm geht es vielmehr darum, über die Wahl von Pulverart und -menge das ideale Verhältnis zwischen optimaler Schussleistung und geringem Rückstoß zu erreichen. Und wirklich: Das Gewehr macht zwar mächtig Krach, der Rückstoß fällt aber vergleichsweise harmlos aus. Zu Lapps Bemühungen, ideale Bedingungen zu kreieren gehört auch, dass er das drei Schuss fassende Magazin nicht nutzt. Jede Patrone wird einzeln eingelegt, um für eine immer gleiche Lage der Patrone im Lager zu sorgen. Ob das angesichts der hochexakten Fertigung der Bauteile wirklich einen Unterschied macht? Markus Lapp lacht. ,,Ist vielleicht auch nur Aberglaube", sagt er. Daran festhalten wird er aber in jedem Fall. Schließlich geht es ja um die größtmögliche Präzision. Und wenn alles stimmt, wenn er am Schießstand ganz ruhig geworden ist, wenn er seine Atmung kontrolliert hat, dann kann er ihn wieder sehen - seinen Puls.

 
Schützen bieten Leckereien
Mainspitze
Dienstag, 20. Juli 2010

SOMMERFEST Umbau der Schießanlage beendet

(dev). Pulverdampf und der leckere Duft vom Grill mischten sich am Sonntag beim Astheimer Schützenverein. Vor dem Finalspiel der Fußball-WM wurde zu „American Barbecue“ (BBQ) und Freizeitturnier eingeladen.

Auf dem 100-Meter-Schießstand sorgte der Vorsitzende, Markus Lap, dafür, dass die Gäste mit Gewehr, Revolver und Pistole schießen konnten. Keine einfache Aufgabe für ungeübte Schützen, denn sowohl die „.308 Remington“, Scharfschützengewehr der US-Sondereinsatzgruppen SWAT, als auch die Weltkrieg-II-Waffe „Schweden-Mauser“ haben einen gehörigen Rückschlag. Nicht einfach zu handhaben sind auch der „357 Magnum Smith and Wesson Revolver“ oder der „45er Colt Government“. Für die Besucher aber ein Erlebnis, wie auch das anschließende Grillfest.

Hier hatten sich Ingo Keim und Selcuk Kurban viel Arbeit mit Spareribs, Pulled Pork, Burgern und diversen Vorspeisen, etwa einer mit Schinken und Käse umwickelten Banane, gemacht. Das Grillfest für alle ist aus dem Spaß der beiden Organisatoren am Grillen entstanden. Immer wieder wurden beide für Privatfeiern im Schützenhaus gebucht und jetzt wollte der Verein das für sich nutzen, erklärt der Vorsitzende. „Gegrillt wird hier jede Woche.“ Nun sollte getestet werden, ob die Kapazität auch für größere Veranstaltungen ausreicht.

Ein Test, der nur bedingt durchgeführt werden konnte. Das Essen hat den Besuchern geschmeckt. Allerdings hatten sich weniger als erwartet angemeldet. „Das lag wohl an den Fußballern“, vermutet Lapp. Die hatten am Vortag ihr letztes Spiel absolviert. Allen Gästen gefiel die Verbindung von Turnier und Leckereien vom Grill. Mit Großkaliberwaffen wurde auch aus anderem Grund geschossen. Die Schützen bauen ihren Luftgewehrschießstand um. Eine komplett neue Isolierung und eine abgehängte Decke sorgen bereits jetzt trotz tropischer Hitze außen für angenehme Temperaturen. Beim Ortsvereins-Pokalschießen ab 21. August kann die neue Anlage begutachtet werden. Bis dahin sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Ab sofort kann der Luftgewehrstand wieder benutzt werden. Das OVP-Training ist eröffnet.

 
Hessische Meisterschaften 2010
Ergebnisse
Mittwoch, 2. Juni 2010

Hessische Meisterschaften 2010 Ergebnisse

Erfolge der Schützen/innen des Astheimer SV

PlatzMannschaft / SchützeRinge   
Mannschaftsergebnisse 
Wettbewerb 1.20.41 Luftgewehr Dreistellung / Juniorinnen A am 30.05.
2. von 3SG Team Starkenburg1714
Bauer, Marion575
Fath, Mareike562
Pickenhan, Andrea577
Wettbewerb 1.11.60 Luftgewehr Auflage / Senioren A am 05.06.
15. von 48ASV Astheim879
Frey, Günter284
Schad, Jürgen296
Wittmann, Anna Maria299
Wettbewerb 1.35.10 KK Gewehr 100 m / Schützen am 05.06.
6. von 13HSG Büttelborn853
Ebenhöh, Thorsten287
Behlau, Sven287
Iacovacci, Christian279
Wettbewerb 1.10.30 Luftgewehr / Jugend m am 05.06.
14. von 19SG Team Starkenburg1079
Bauer, Peter370
Pickenhan, Carina361
Rapp, Tobias348
Wettbewerb 1.40.41 KK Sportgewehr / Juniorinnen A am 05.06.
3. von 3SG Team Starkenburg1621
Bauer, Marion542
Fath, Mareike522
Pickenhan, Andrea557
Wettbewerb 1.20.30 Luftgewehr Dreistellung / Jugend m am 06.06.
7. von 13SG Team Starkenburg1678
Bauer, Peter568
Habel, Eva539
Pickenhan, Carina571
Wettbewerb 1.10.41 Luftgewehr / Juniorinnen A am 20.06. 
2. von 13SG Team Starkenburg1150
Bauer, Marion388
Pickenhan, Andrea387
Scior, Ann-Katrin375
PlatzSchützeRinge / TrefferWettbewerb / Klasse  
Einzelergebnisse für den Astheimer SV
28.Schad, Jürgen296Luftgewehr Auflage / Senioren A
145. von 192Frey, Günter284Luftgewehr Auflage / Senioren A
2. von 30Wittmann, Anna Maria299Luftgewehr Auflage / Seniorinnen A
37. von 143Meier, Hubert372Luftgewehr / Schützen – Alt
29. von 136Ebenhöh, Thorsten386Luftgewehr / Schützen
52. von 60Boecker-Siegert, Winfried349Luftpistole / Schützen – Alt
47.Reimer, Sandra380Luftgewehr / Damen
56. von 96Merkel, Petra378Luftgewehr / Damen
1. von 19Pickenhan, Andrea283KK 50m Zielfernrohr Carl Zeiss / offene Klasse
6.Wittmann, Anna Maria290KK 50m Zielfernrohr Carl Zeiss / Senioren A
10.Schad, Jürgen288KK 50m Zielfernrohr Carl Zeiss / Senioren A
39. von 41Frey, Günter271KK 50m Zielfernrohr Carl Zeiss / Senioren A
5. von 7Metzsch, Björn51Flinte Trap / Junioren B
7. von 7Pelz, Dominik38Flinte Trap / Junioren B
50. von 57Schad, Jürgen272KK Sportgewehr Auflage / Senioren A
2. von 11Wittmann, Anna Maria285KK Sportgewehr Auflage / Seniorinnen A
Einzelergebnisse für die HSG Büttelborn
16.Behlau, Sven287KK Gewehr 100 m / Schützen
18.Ebenhöh, Thorsten287KK Gewehr 100 m / Schützen
52.Iacovacci, Christian279KK Gewehr 100 m / Schützen
54. von 61Metzsch, Reiner277KK Gewehr 100 m / Schützen
4. von 30Pickenhan, Andrea289KK Gewehr 100 m / Damen
Einzelergebnisse für das SG Team StarkenburgFinaleGesamt
2. von 12Pickenhan, Andrea557KK Sportgewehr / Juniorinnen A94,2651,2
3. von 12Pickenhan, Andrea577Luftgewehr Dreist. / Juniorinnen A  
10. von 31Pickenhan, Carina571Luftgewehr Dreist. / Jugend w
19. von 19Pickenhan, Carina498KK Sportgewehr / Jugend w
41. von 78Pickenhan, Carina361Luftgewehr / Jugend w
2. von 26Pickenhan, Andrea387Luftgewehr / Juniorinnen A98,7485,7
  
    
Aktualisiert am 27.06.2010 wbs    

 
Eher Glück als Können
Rüsselsheimer Echo
Mittwoch, 21. April 2010

Vereine: Astheimer Schützen küren ihre Schützenkönige - Der Adler muss leiden

Zum Königsschießen hatte der Astheimer Schützenverein am Samstag eingeladen: Dabei stand der Spaß vor dem Wettbewerb, dennoch war Treffsicherheit von Bedeutung. Aus 50 Metern Entfernung schossen die Teilnehmer in drei Gruppen mit einem Kleinkaliber-Gewehr auf einen ein Meter großen Holzadler. Das fünf Kilogramm schwere Gewehr liegt dabei auf einem Sandsack und wird im Sitzen betätigt.

Ziel ist, die Schwanzfedern, den linken, anschließend den rechten Fuß und zum Schluss den Kopf des Adlers abzuschießen. Letztlich ist es eher Glückssache als Können, bei welchem Teilnehmer die hölzernen Adlerteile derart durchlöchert sind, dass sie abfallen.

Daher ist das Königsschießen auch eher Spaß als ernster Wettkampf, sagte Vorsitzender Markus Lapp. Die Anzahl der Schüsse ist unbedeutend: Der Schütze, der mit seinem Schuss den Kopf zu Fall bringt, darf sich Schützenkönig nennen.

Im Schnitt kommen rund drei Dutzend Teilnehmer zu dem Ereignis, das es quasi seit Vereinsgründung gibt.

 
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